Jun 282011
 

Bei der Veranstaltung, zur Vorstellung der Ergebnisse der Fragebogenaktion von „Wem gehört Moabit?“, war u. a. die Frage gestellt worden, ob die Gründung einer neuen Genossenschaft in Moabit helfen könnte, ein oder mehrere Häuser der Verwertung zu entziehen und Wohnraum zu fairen Mieten zur Verfügung zu stellen.

Am 22. Juni trafen sich zu diesem Thema 12 Interessierte im B-Laden. Als Referent eingeladen war Thomas Harder von der Mariendorf-Lichtenrader Baugenossenschaft e.G. Er informierte darüber, was bei der Gründung einer Genossenschaft beachtet werden muss und erklärte die grundsätzlichen genossenschaftlichen Prinzipien: Selbsthilfe – Selbstverantwortung – Selbstverwaltung. Wohnungsbaugenossenschaften wurden 1900 – 1920 in großer Zahl gegründet, um Wohnungen zu bauen, die für Geringverdiener bezahlbar waren.

Um eine Genossenschaft zu gründen sind seit der Änderung des Genossenschaftsgesetzes 2006 nur noch drei Mitglieder nötig. Gut ist, wenn Menschen dabei sind, die kaufmännische, juristische, baufachliche usw. Kompetenzen mitbringen. Jedes Genossenschaftsmitglied hat eine Stimme in der Generalversammlung. In der Regel wird ein Vorstand (2 Mitglieder) und ein Aufsichtsrat (3 Mitglieder) gewählt. Bei kleinen Genossenschaften mit nicht mehr als 20 Mitglieder kann der Vorstand nur aus einer Person bestehen und der Aufsichtsrat entfallen. Dann nimmt die Generalversammlung diese Funktion wahr. Für die Satzung gibt es Mindesanforderungen im Genossenschaftsgesetz. Das wichtige ist die Verpflichtung auf den Gemeinnutzen.

Bei dem Treffen wurde debattiert, wie hoch wohl die Einlagen sein müssen, um ein Haus zu erwerben. Da ist der Kaufpreis natürlich das entscheidende. Thomas Harder erklärte die Grundlagen der Finanzierung durch die Banken, die Unterstützung, die von den Verbänden geleistet wird, z. B. vom BBU (Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.)

Noch im Juli Nach den Sommerferien ist ein weiteres Treffen geplant, zu dem ein oder zwei Geschäftsführer von Genossenschaften auch aus Moabit eingeladen werden sollen. Die Initiative „Wem gehört Moabit?“ hat eine Mailingliste für Interessierte eingerichtet. Wer diese Informationen erhalten möchte, schickt bitte eine Mail mit dem Betreff [genossenschaft] an: kontakt@wem-gehoert-moabit.de.

  2 Antworten zu “Eine neue Genossenschaft für Moabit?”

  1. Mir ist durch den Kopf gegangen, ob es nicht eine Perspektive sein könnte, den letzten Teil der Zille-Siedlung, der noch in öffentlichem Besitz ist (oder täusche ich mich da?), in eine Genossenschaft zu verwandeln. Das könnte auch als politische Forderung formuliert werden, weil die Zille-Siedlung immerhin von Steuergeldern gebaut worden ist und vor nicht langer Zeit spekulativen Investoren mal einfach so zum Fraß vorgeworfen worden ist…
    Schade übrigens, daß wir diese Forderung nicht schon vor Jahren gestellt haben. Ich persönlich bin vom Verkauf der Zille-Siedlung überrascht worden und habe keinerlei Vorwarnung wahrgenommen, sondern vor vollendeten Tatsachen gestanden.

  2. Es wurden doch eine ganze Reihe früher städtische Wohnungsbaugesellschaften im Paket verkauft, so kommt das Bild bei der Zille-Siedlung vermutlich zu stande. Außerdem haben Immobiliengesellschaften wie Becker & Kries z.B. Sozialwohnungen gebaut.

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