In der Birkenstraße sind vor einiger Zeit zwei Häuser verkauft worden, die in der Karte unserer Initiative “Wem gehört Moabit?” noch unter der Kategorie “privater Einzeleigentümer” eingetragen sind. Es handelt sich um die Birkenstraße 21, direkt hinter dem Moa-Bogen und um die Birkenstraße 13.
Während in der Birkenstraße 21 umfangreiche Modernisierungen angekündigt wurden, werden die Wohnungen der Birkenstraße 13 kurz nach dem Verkauf des Hauses in einschlägigen Immobilienportalen als Eigentumswohnungen von der RM Real Estate Management GmbH zum Verkauf angeboten.
Diese Informationen gaben Mieter/innen der Häuser bei einer Mieterversammlung der Anfang letzten Jahres zwangsversteigerten Häuser Birken- / Ecke Perleberger Straße, die vergangenen Freitag in der Bruno-Lösche-Bibliothek stattfand, bekannt.
Mieter/innen, deren Wohnung verkauft wurde oder verkauft werden soll, brauchen nicht in Panik zu geraten. Eigenbedarf kann vom neuen Wohnungseigentümer erst nach 7 Jahren angemeldet werden. Wichtig ist, sich genau über die eigenen Rechte zu informieren. Dazu hat die Berliner Mietergemeinschaft eine Informationsschrift herausgegeben. Die Infoblätter des Berliner Mietervereins sind dagegen den Mitgliedern vorbehalten und mit Password geschützt.
Am besten man verständigt sich mit den anderen Mietparteien im Haus, eine Mieterversammlung oder zunächst vielleicht auch nur eine Aussprache unter denen, die sich schon kennen, kann gegenseitige Solidarität befördern. Allgemeine Hinweise zum Eigentümerwechsel sind hier zu finden, genauso wie Informationen zur Modernisierung und eine Liste der Infoschriften als pdf-Ausgaben. Wichtig! Erst sich gründlich informieren und dann entscheiden!

ja, die Wohnungsnot wächst, neulich eine gute Reportage im rbb, schade, dass man sie im Netz nicht ansehen, sondern nur die Zusammenfassung lesen kann:
http://www.rbb-online.de/doku/die_rbb_reporter1/beitraege/albtraum_wohnungsmarkt.html
Nun ja, auch wenn die 7 Jahre rechtlich gelten, gibt es doch Maßnahmen von Seiten der Eigentümer, die einen schnelleren “freiwilligen” Auszug voran treiben. So kenne ich Bekannte in Kreuzberg, die durch eine Firma namens “Zigat” (wenn ich mich richtig erinnere, hieß die so) “freundlich” gebeten wurden auszuziehen. Und die Register von Immobilienhaien sind doch recht ausgefeilt. Angefangen von Sanierungsarbeiten, die zum Abstellen von Wasser zwingen, Baumaßnahmen, die nicht fortgesetzt werden, etc. gibt es doch ein recht umfangreiches Programm, mit dem Mieter/innen auch vor der Zeit aus dem Haus geekelt werden können.
Mir ist bewusst, dass diese Gedanken nicht gerade zur Beruhigung beitragen -aber mich treibt die Entwicklung des Berliner Mietmarkts schon stark um. Meine Befürchtung ist, dass Berlins Mitte schon bald nicht mehr den “normalen” Menschen, die dauerhaft in Berlin wohnen und leben, gehört, sondern irgendwelchen Gelegenheitsmenschen, Touristen (Stichwort: Ferienwohnungen) und einer abgehobenen Elite, die dann und wann mal für eine Woche einfliegt (s. die Mieten für die Loftwohnungen am Potsdamer Platz, die noch nicht mal mehr von der gut verdienenden Mittelschicht zu bezahlen sind), aber nichts zum Stadtleben beiträgt.
Ja diese Firma ist auch schon in Moabit unterwegs, sie heißt “Ziegert”, siehe Werftstraße 2, Stephanstraße 19 und 61 und Emdener Straße 57:
http://ziegert-immobilien.de/projekte/werftstrasse2/index.html
http://ziegert-immobilien.de/projekt/stephanstrasse-19
http://ziegert-immobilien.de/projekt/stephanstrasse-61
http://ziegert-immobilien.de/projekte/emdener-daecher/index.php
Diese Werbung darf man sich gerne mal antun!