Mrz 122012
 

Die Reihe „Stadt im Gespräch – Berlin im Wandel“ wird von der Urania in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Berlin und dem Tagesspiegel organisiert.  Im Januar fand in dieser Reihe eine Podiumsdiskussion mit Senator Müller statt, über die in den Medien ausführlich berichtet wurde. Am kommenden Mittwoch geht es um Wohnungsneubau unter dem Titel „30.000 neue Wohnungen für Berlin – warum, wovon, für wen und wo?“

Aus der Einladung zur Veranstaltung: „Seit Mitte der 1990er Jahre liegt der Wohnungsneubau in Berlin nahezu brach. Mit der politischen Feststellung des ausgeglichenen Wohnungsmarktes und dem Ende des sozialen Wohnungsbaus wurde der Neubau privaten Unternehmen überlassen. Aber nur im Luxussegment konnten ansprechende Renditen Investoren zu Neubauten reizen, während sich die städtischen Gesellschaften weitestgehend auf Sanierungen, Abrisse und Zwischennutzung von Brachen beschränkten. Nun führen die Versäumnisse der letzten Dekade zu sozialen Problemen und zwingen den Senat zum Handeln. Die neue Berliner Koalition hat sich auf die Fahnen geschrieben, 30.000 neue Wohnungen in der Legislaturperiode zu bauen. Damit soll der Wohnungsmarkt besonders im unteren Mietniveau entspannt werden. Aber kann dieses Ziel überhaupt erreicht werden, welche Instrumente und finanzielle Anreize sollen eingesetzt, und wo sollen die Wohnungen errichtet werden?„Teilnehmer_innen des Podiums sind:
Maren Kern, Vorstand beim Verband Berlin- Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU)
Rainer Wild, Berliner Mieterverein
Tobias Nöfer, Architekt Reiner Nagel, Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Moderation: Gerd Nowakowski

Wann und wo: Mittwoch, 14.03.2012, 19:30 Uhr in der Urania, An der Urania 17, 10787 Berlin, Eintritt frei

Michael Müller hat nicht nur eine Umorientierung der IBA Richtung Wohnungsbau vorgenommen, sondern mit ihm hat die Senatsverwaltung mittlerweile endlich anerkannt, dass Berlin auf eine Wohnungnot zusteuert. Wie er in einem Leserbrief im Tagesspiegel zur Wohnungspolitik argumentiert ist interessant. Er antwortet mit diesem Statement auf den Leserbrief von Herrn Krause aus dem Grunewald, der überhaupt kein Problem damit hat, wenn die Mieten in Berlin steigen und in jeder staatlichen Regulierung den Sozialismus „heraufdämmern“ sieht. Fraglich allerdings, was nach der jahrelangen Vernachlässigung der Wohnungspolitik und dem Verkauf der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften an Fonds überhaupt noch reguliert werden kann. Klein-klein ist da nichts mehr zu machen und ob der Schwarz-Rote Senat sich zu wirksamen Regelungen durchringen kann, bleibt abzuwarten.

Wie zweifelhaft es allerdings ist, durch Neubau moderate Mieten zu erreichen hat Jens Sethmann bereits in seinem Artikel „Preisgünstige Neubauten?“ im MieterMagazin von Jan./Feb. 2012 berichtet. Dabei stützt er sich auf Modellrechnungen der IBB.

  2 Antworten zu “Veranstaltung: 30.000 neue Wohnungen für Berlin …”

  1. Na da hatte der Tagesspiegel ja schon 14 Tage vorher den Chef von empirica zu Wort kommen lassen und festgestellt, dass viel mehr neue Wohnungen gebaut werden müssten, aber damit die Mieter zu beruhigen sei politische Augenwischerei, denn investiert wird nur, wo es sich lohnt:
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/wohnungsmarkt-berlin-ein-regulierter-wohnungsmarkt-ist-keine-loesung/627504
    überhaupt ein extrem „marktwirtschaftlicher“ Beitrag. allerdings auch gut, dass er die Illusionen, die der Senat streut, beim Namen nennt.

    Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ist übrigens der Ansicht, dass in Berlin jährlich 12.000 Wohnungen (Senatsziel sind 6.000 jährlich) gebaut werden müssten:
    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/immobilienmarkt-berlin-braucht-jaehrlich-12-000-neue-wohnungen/6279378.html

  2. In Deutschland sind in 2011 zwei Wohnungen pro 1000 Einwohner gebaut worden. Damit liegen wir in Europa auf einem der hinteren Plätze. Für Berlin reicht das ohnehin nicht, weil wir zur Zeit ein Bevölkerungswachstum von knapp einem Prozent pro Jahr haben. Das sind zehn Wohnungen pro Tausend.

    Also dürften es ein paar Jahre lang bitte mindestens fünf Wohnungen pro 1000 Einwohner sein, das wären 17.500 Wohnungen. Mit 6.000 oder auch 12.000 kommen wir nicht weit.

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