Sep 122013
 

Die Mieterinnen und Mieter aus der Bremer Straße 51 sind beunruhigt. Ihr Haus ist im Dezember 2012 verkauft worden und gleich im Januar verlangte der neue Eigentümer, vertreten durch die city home Immobilien Verwaltungs GmbH in der Friedrichstraße 61, Zutritt zu den vermieteten Wohnungen  um sie „aufgemessen“ zu können. Weil in den benachbarten Straßen wie zum Beispiel in der Oldenburger Straße ebenfalls einige Häuser verkauft und danach in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden, befürchten die Mieter ähnliches auch für ihr Haus.

Sie kennen Nachbarn, denen ihre Wohnungen zu horrenden Preisen oder auch Abfindungen zum Auszug angeboten wurden. Sie kennen auch Nachbarn, die danach sofort aus Angst das Weite gesucht haben. Panik ist hierbei allerdings nicht notwendig, denn Kündigungen aufgrund von Eigenbedarf sind erst nach zehn Jahren möglich (vor Oktober 2013 waren es sieben Jahre, Infoblatt der Berliner Mietergemeinschaft). Darüber kann man potentielle Käufer, die die eigene Wohnung besichtigen, auch informieren. Dennoch bringt so ein Verkauf und insbesondere die Umwandlung in Eigentumswohnungen viel Unruhe und Unsicherheit mit sich. Auch wenn sie nicht zusätzlich von Modernisierungsankündigungen und Baumaßnahmen begleitet werden.

Die Mieter der Bremer Straße 51 haben recherchiert und herausgefunden, dass auch die Turmstraße 10, in der sogar einige Wohnungen schon länger leer stehen, und andere Häuser in Moabit (wie die Beusselstraße 8A und 8B) ihrem neuen Eigentümer gehören. Sie haben Kontakt aufgenommen zu Mietern aus anderen Häusern zwecks Erfahrungsaustausch, zum Beispiel mit der Brüsseler Straße 25 im Wedding.

Die Mieter lassen sich aber nicht einschüchtern. Sie erkundigten sich beim Grundbuchamt, ob es Teilungserklärungen für ihr Haus gibt, denn das ist eine Voraussetzung für die Umwandlung in Eigentumswohnungen. Sie sprechen miteinander, damit niemand aus Angst oder Unkenntnis frühzeitig auszieht (weitere Infos im Flugblatt des Runden Tischs). Denn es scheint die Politik des neuen Eigentümers zu sein, Wohnungen, die freiwerden nicht mehr zu vermieten und nach einigen Jahren das halbleere Haus teurer weiterzuverkaufen.

Die Mieter freuen sich über weitere Kontakte.

Nachtrag:
Auch die Huttenstraße 71 wurde 2010 an die city home und 2014 an Berlin Aspire verkauft. Auch die Beusselstraße 8A und 8B ging an Aspire.
Die Bremer Straße 51 wurde 2015 an die Junk GmbH in Hamburg verkauft.

  11 Antworten zu “Bremer Straße 51 mit neuem Eigentümer – Leerstand als Prinzip?”

  1. Hi, die Oldenburger Straße 42/43 hier!

    Wir sind ja bereits mit der Bremer vernetzt, wir haben den selben Eigentümer. Bei uns läuft schon eine ganze Weile die Entmietung, dann plötzlich überraschte man uns mit einem Projekt namens „Moalife“, welches wir nun wäre, vis-a-vis Bellevue, glaubt man den schönen Bildern im Angebot, mit gehobener Ausstattung und ausgefallenen Fliesen im Eingangsbereich. Letzteres mag stimmen. Sie sind wirklich ausgefallen. Jede 4. Fliese fehlt.
    Kopfsteinpflaster avanciert dann kurzerhand zum „geschichtsträchtigen“ Strassenbelag und alles, was man an Mietern nicht los wurde, wird nun „bereits in einer glücklichen Mietsituation“ mitsamt dessen verkauft. Die Verkäufe sind taktisch so gelegt, dass der geneigte Anleger nichts vom Spielplatz nebenan in seiner Betriebslautstärke mitbekommt, ich weiß noch nicht, ob ich Mitleid oder Schadenfreude auspacken soll, wenn der Käufer sich dann spätestens im Sommer auf seinem „ruhigen Süd- West- Balkon“ wie in einem vollbesetzten Freibad im Hochsommer fühlen darf. Nicht, dass der Balkon existieren würde bisher. Derzeit schaut man dort auf eine unsanierte Brandwand, bei dem der Putz feuchtigkeitsblasig von der Wand abblättert.

    Wir haben uns hausintern vernetzt und haben anwaltliche Unterstützung dort und das raten wir euch in der Bremer auch ganz dringend. Ebenso euch in der Turmstrasse, wenn ihr hier mitlesen solltet:

    http://www.bmgev.de/mieterecho/mieterecho-online/pro-soluta-moabit.html

    Wir freuen uns ebenso über weitere Kontakte, insbesondere aus Moabit!

  2. Auch meine – seit dem Verkauf des Hauses neue – Hausverwaltung ist die City Home. Erst kriegten wir eine Modernisierungsankündigung. Darauf zogen schon mal einige aus. Dann kriegten wir neue Mieter. Ein Bekannter, der eine der Wohnungen besichtigt hat, stellte fest, dass die Miete ca. doppelt so hoch war wie meine und er sie sich nicht leisten kann. Eine Modernisierung haben wir nicht gekriegt. Andere Mieter_innen haben mir berichtet, dass die Hausverwaltung kaum bis gar nicht zu erreichen sei und notwendige Reparaturen lange nicht gemacht wurden (vielleicht lebt die Frau im Vorderhaus unterm Dach auch immer noch mit Eimern im Zimmer? – Vorsicht, das mit den Eimern ist Hörensagen.).
    (Huttenstraße 71)

    Beim Runden Tisch Gentrifizierung berichtete neulich eine Frau ebenfalls von Trabbel mit der City Home.

    Deshalb meine Frage: Gibt es eine Art Informationssammlung oder Austausch von Leuten, deren Hausverwaltung die City Home ist?
    Und, falls nein: Wie könnte man sowas organisieren?

  3. Die city home ist wohl mehr oder weniger mit dem Eigentümer identisch. Jedenfalls hat die „Huttenstr. 71 GbR“ dieselbe Adresse, und einer der Geschäftsführer der city home ist wohl auch einer der Eigentümer. Die Modernisierungsankündigung war im Juli 2010, zeitgleich mit dem Verwaltungswechsel zur city home.

  4. Hallo an alle,

    ich verfolge nun schon seit längerer Zeit die Wohnungsdebatte in Berlin und muss sagen, dass ich mich an und ab für die Mieter von heute schämen muss. Ich verstehe teilweise Euere Anliegen. Aber 3.50 Euro pro qm Miete zahlen und sich dann über fehlende Fliesen aufregen, das kann ich nicht verstehen, dazu fällt mir nur ein :“typisch deutsch“. Bei Eurem ganzen Gemecker solltet Ihr bedenken, das es immer zwei Seiten gib. Die Immobilienhalter leben von der Vermietung von Wohnraum. Und auch für Sie haben sich die Zeiten geändert, das würdet Ihr spätestens dann merken, wenn Ihr selbst Eigentum kaufen würdet und merkt welche Steine einem die Banken heutzutage in den Weg legen.
    Wer sich darüber aufregt, dass Immobilienbesitzer Geld verdienen wollen, der sollte am besten selbst erst mal um sonst arbeiten gehen.
    Natürlich gibt es unter den Immobilienbesitzern auch schwarze Schafe, mit deren Vorgehen auch ich nicht einverstanden bin. Aber bevor man gleich zur Revolution aufruft, sollte man es mit gesunden Menschenverstand und etwas Diplomatie versuchen, denn meistens erreicht man so viel mehr.

  5. Ich denke, du hast dich verlesen. Niemand der Mieter regt sich über fehlende Fliesen auf, es wurde lediglich angemerkt, dass dieser Zustand plötzlich als etwas ganz besonderes verkauft wird. (Zum Nachteil des Käufers)
    Wo genau liest du denn eigentlich die Revolte?

  6. auch die Turmstraße 53/54 gehört zur city home – Leute berichtet bitte von Euren Erfahrungen mit diesem Vermieter

  7. Hallo Ihr,
    Den Wohnblock Okerstr.8/9 Weisestr. 35/36 hat auch Nico Wollenberg gekauft und er wird von der City Home Hausverwaltung betreut! Die Wohnungen werden unter http://www.oker8.de als Eigentumswohnungen angeboten! Das Haus verfällt immer mehr! Zwischenzeitlich wurden Arbeiten halb durchgeführt! Leerstand und Verfall kennzeichnen das Haus! Es ist auch keine Teilungsgenehmigung erteilt worden und trotzdem kommen am Wochenende bis zu 100 Interessenten, die durch das Haus geschleußt werden! Wir Mieter sollen natürlich langsam aber sicher vertrieben werden! Immobilinemarktler ist hier Jentsch und Partner in der Hubertusallee!

  8. Webside von den Mietern der Okerstr.8/9 und Weisestr. 35/36 in Neukölln eingerichtet  Dies Haus gehört Wollenberg/Branke Hausverwaltung City Home
    http://oker8.wordpress.com/

  9. Den offenen Brief an Bürgermeister Buschkowsky aus der Oker/Weisestraße kann man nur unterstreichen!
    http://oker8.wordpress.com/2014/05/13/offener-brief-an-burgermeister-buschkowsky-2/

  10. Hi „weber“,
    euer Makler „Jensch“ ist offenbar unser Architekt in der Oldenburger (http://wem-gehoert-moabit.de/2013/12-mieter_innen-aus-der-oldenburger-strasse-42-43-halten-zusammen/).

  11. Die Bremer Straße 51 wurde 2015 weiterverkauft, siehe oben.

    Andere Häuser der city home gingen an Berlin Aspire, wie z.B. die Huttenstraße 71 und Beusselstraße 8a und 8b:
    http://www.berlinaspire.com/portfolio/

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