Okt 222015
 

Das Haus der Kulturen der Welt stellt die „Wohnungsfrage“ neu und zwar in internationalem Kontext – mit einer Ausstellung, die heute eröffnet wurde, mit vielen Veranstaltungen, öffentlichen Vorträgen und Debatten, einer Akademie  (22. – 28.10.) und Veröffentlichungen. Hier kann das Gesamtprogramm (23.10. – 14.12.) heruntergeladen werden. Die Veranstaltungen mit freiem Eintritt sind extra gekennzeichnet. Morgen startet ein umfangreiches Eröffnungsprogramm: Freitag und Samstag von 14 – 22 Uhr.

Kunstschaffende, Wissenschaftler_innen, Architekt_innen und mietenpolitische Initiativen, wie Kotti & Co. oder die Begegnungsstätte Stille Straße 10 nehmen an diesem Projekt teil und suchen gemeinsam Antworten auf die Frage des (bezahlbaren) Wohnens. Ausgangspunkt ist die 1872 erschienene Artikelserie von Friedrich Engels „Zur Wohnungsfrage“, die u.a. als kommentierter Text neu herausgegeben wird. Es geht um die Suche nach einem selbstbestimmten, sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau.

Einer der vier Kuratoren ist Jesko Fezer, der befragt nach dem Image des Sozialen Wohnungsbaus antwortet: „Ich glaube, dass sein Image gar nicht so schlecht ist. Er ist nur nicht sozial. Und das wäre interessant: Endlich einen langfristig kostengünstigen und gemeinwohlorientierten und damit zugänglichen Wohnungsbau zu schaffen. Er müsste aber gleichzeitig sozial im Sinne von gemeinschaftsorientiert, auf eine offene Stadtgesellschaft mit unterschiedlichen Lebens- und Wohnkonzepten bezogen sein. Er müsste Beteiligung und Selbstbestimmung ermöglichen. Ich sehe da weniger ein Imageproblem als den fehlenden Willen, eine Wohnraumversorgung ohne Paternalismus zu schaffen. Das wär mal was Neues.“ (BauNetz)

Am Kottbusser Tor wird am 6. November das  1:1 Modell „gecedinx“ aufgebaut, das Kotti & Co. gemeinsam mit dem Architekten Teddy Cruz und der Forscherin Fonna Forman entwickelt haben. Dort wird am 7. November der Film „Miete essen Seele auf – Der Kampf um das Recht auf Stadt“ von Angelika Levi zum ersten Mal vorgeführt und das Buch „und deshalb sind wir hier“ vorgestellt. Hier sind die Veranstaltungen am Kotti zu finden.

Hoffentlich dient das Projekt dazu den politisch Verantwortlichen einmal mehr klar zu machen, wie notwendig es ist den armen Teil der Berliner_innen vor Verdrängung zu schützen und die soziale Wohnraumversorgung nachhaltig zu gestalten.

Nachtrag:
Hier der Film, der die Zusammenarbeit von Kotti & Co mit Teddy Cruz und Fonna Forman zeigt.

Filme von der Eröffnungsveranstaltung und anderes Material sind hier und beim Youtube-Kanal HKW 100 Years of Now zu finden.

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