Dez 162015
 

Das MieterMagazin hat bereits zum zweiten Mal über die Huttenstraße 71 berichtet, in der Dezember-Ausgabe 2015 unter der Überschrift: „Leerstände bei Berlin Aspire – Mieter fordern Beschlagnahme„. Der erste MieterMagazin-Artikel zur Huttenstraße 71 erschien genau vor einem Jahr und beschäftigte sich mit der Umwandlung in Eigentumswohnungen – Titel: „Aufmarsch der Hazardeure„. Die Berliner Mietergemeinschaft berichtete schon im Oktober 2014 im MieterEcho. Wer sich ausführlicher mit der Praxis der Mietervertreibung und Umwandlung, Gesetzen und berlinweiten Statistiken dazu, und der Firma Berlin Aspire im besonderen, beschäftigen möchte, dem sei Teil 3 der Tagesspiegel-Reportage Häuserkampf empfohlen oder auch die Auswertung Airbnb vs. Berlin, die Berlin Aspire mit 24 Ferienwohnungen unter den 10 größten Anbietern in Berlin ausgemacht hat. Laut eigener Webseite haben sie sogar 51 Apartments zu vermieten.

Auch die Bezirksverordnetenversammlung Mitte hat sich im Herbst 2015 mit der Huttenstraße 71 beschäftigt und das Bezirksamt gefragt, was gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum unternommen werde. Vermietung als Ferienwohnung und Leerstand, der länger als 6 Monate andauert, ist nämlich seit 1. Mai 2014 illegal, wenn nicht ausdrücklich Genehmigungen vorliegen. Die Antwort des Bezirksamtes von Anfang November auf die konkreten Nachfragen der BVV ist hier herunterzuladen (KA 1224/IV auf 2. Antwort klicken). Das Bezirksamt hat schon mehrere Ortsbesichtigungen durchgeführt, Verwaltungsverfahren laufen. Die Probleme Leerstand und Ferienwohnungsvermietung zu bearbeiten, ist anscheinend gar nicht so einfach und vor allem zeitaufwändig. Es ist von Anhörungsverfahren, Wiederzuführungsverfahren und ähnlichem die Rede.

waesche-250Eine Gruppe von „Studierenden“ der metroZones Schule für städtisches Handeln hat am Freitag, den 4. Dezember 2015 mit einer Aktion auf den Leerstand im Haus aufmerksam gemacht. Beim Infostand mit Tee und Keksen kamen sich Aktivist_innen und Nachbar_innen näher. Der Leerstand von 580 qm wurde markiert. In der ganzen Stadt werden dringend Wohnungen für Gering- und Normalverdiener gebraucht. Hier werden sie vernichtet. Denn die verschiedenen Firmen unter Berlin Aspire wandeln in Eigentumswohnungen um. Mit den Angeboten für die Ferienwohnungen im Internet wird den potentiellen Käufer_innen eine hohe Rendite vorgegaukelt. Denn die Preise für die Wohnungen sind hoch angesichts der in den meisten Fällen schlecht instandgesetzten Häuser mit gravierenden Mängeln, die seit Jahren bestehen, wie z. B. auch in der Stephanstraße 52.

Leider liegt das Haus außerhalb des Bereiches, der in Moabit vermutlich ab Januar/Februar 2016 als Milieuschutzgebiet ausgewiesen wird. In Milieuschutzgebieten gilt die Umwandlungsverordnung. Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass die Kommune das Vorkaufsrecht auch zu Gunsten Dritter, als z. B. für kommunale Wohnungsbaugesellschaften wahrnimmt, wie gerade in der Kreuzberger Wrangelstraße 66 geschehen.

Auf jeden Fall sollten Mieterinnen und Mieter sich nicht scheuen Ferienwohnungen und Leerstand beim Bezirksamt anzuzeigen: zweckentfremdung@ba-mitte.berlin.de.

Weitere Häuser von Berlin Aspire in Moabit: Oldenburger Straße 28, Stephanstraße 52 und Beusselstraße 8a + b.

Nachtrag:
Auf der Webseite von Knut Pankrath ist auch ein schönes Foto der Aktion.

  2 Antworten zu “Aktionen gegen Leerstand in der Huttenstraße 71”

  1. Eine kürzlich vor Ort entdeckte Sprayaktion sorgte für einige Hingucker durch Passanten. Bild 10 zeigt einen Ausschnitt. Wenn ich das richtig gesehen habe, handelte es sich um Sprühkreide, die vom Regen beseitigt wird, ohne dass es zu Schäden kommt, womit es keine Sachbeschädigung ist. http://knutpankrath.de/moabiter-impressionen/

 Antworten

Du kannst diese HTML Tags und Attribute benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(erforderlich)

(erforderlich)