Jun 022017
 

Heute, am 2. Juni 2017, haben knapp 200 Mieterinnen und Mieter aus verschiedenen Berliner Bezirken vor dem Berliner Firmensitz der Deutsche Wohnen in der Mecklenburgischen Straße 57 gegen die Vermietungspraxis dieser Gesellschaft protestiert –  zeitgleich zur Aktionärsversammlung in Frankfurt. Organisiert hatte den Protest das neue Bündnis der Deutsche Wohnen MieterInnen.

Viele der im Bündnis beteiligten und andere Initiativen, das Bündnis Otto-Suhr-Siedlung & Umgebung (Kreuzberg), die MieterInnen Südwest (Steglitz-Zehlendorf), die Mieterinitiative der Onkel-Tom-Siedlung, die Bürgerinitiative Altes Wasserwerk Tegel Trettachzeile (Tegel), der Mieterprotest Baume (Treptow), das Berliner Bündnis Sozialmieter, der Pankower Mieterprotest, die Mieterinitiative Schöneberger Terrassen mit den asbestverseuchten Wohnungen und Kotti & Co. (Kreuzberg) hielten Redebeiträge (Rede von Kotti & Co.). Aktivierende Lieder zur Gitarre von Detlev K. lockerten die zweieinhalbstündige Veranstaltung auf. Auch Reiner Wild vom Berliner Mieterverein (Auszug aus seiner Rede), Hermann Werle von der Berliner Mietergemeinschaft sowie ein Vertreter der Bezirksgruppe Lichtenberg der BMG waren dabei. Die Deutsche Wohnen AG plant die Umwandlung ihrer Rechtsform in eine Europäische Aktiengesellschaft und die Verlegung ihres Sitzes nach Berlin (Berliner Woche).

Bericht in der B.Z. (mit vielen Bildern) und in der Berliner Morgenpost.

Unterschreibt die neue Petition an den Deutschen Bundestag zur Abschafftung des § 559 BGB (Mieterhöhungen nach Modernisierungen)!

Eine Hintergrundinformationen findet ihr hier:
Aktueller Artikel im MieterMagazin zur Deutschen Wohnen

TAZ zur Otto-Suhr-Siedlung


Hier dokumentieren wir den Aufruf zur Protestveranstaltung:
Das Wohnen zu bezahlbaren Preisen in Berlin ist bedroht!
2004 hat der damalige SPD-PDS-Senat ganze Siedlungen, die bis dahin zum sozialen Wohnungsbau gehörten, privatisiert. Diese fatale Fehlentscheidung führte dazu, dass seitdem börsennotierte Konzerne wie die Deutsche Wohnen AG diese Gebäude im großen Stil aufkaufen konnten und es immer noch tun!
Die DW AG ist der größte private Wohnungseigentümer in Berlin und besitzt derzeit fast 110.000 Wohnungen. Ihre Renditestrategie ist eine aggressive Mietsteigerungspolitik. Modernisierungsmaßnahmen werden vorgenommen, die nicht die Wohnqualität für uns MieterInnen erhöhen sollen, sondern lediglich der Profitmaximierung dienen. Die Bestandspflege und längst fällige Instandhaltungsmaßnahmen der Gebäudekomplexe werden vernachlässigt. Es wird aber energetisch modernisiert- denn diese Kosten können ja auf die Miete umgelegt werden! Hochgiftige und leicht entzündliche Baustoffe sollen auf die Fassaden aufgebracht werden, die auf den somit hermetisch abgeschirmten Gebäuden allenfalls Schimmelbildung hervorrufen, aber nicht zu der versprochenen Einsparung an Energiekosten führen.
Die DW ignoriert zudem den Mietspiegel und stellt überhöhte Betriebskosten in Rechnung. Die Verdrängung von uns BestandsmieterInnen gehört zur Geschäftsstrategie. Doch wo sollen wir MieterInnen noch hinziehen? Denn die Profitmaximierungsstrategie der DW ist nur ein Beispiel für die Auswirkungen der mietenpolitischen Entwicklung in Berlin, wo systematisch preisgünstigere Alternativen zerstört werden.
Doch längst schauen wir MieterInnen diesem Treiben nicht mehr untätig zu! Wir lassen uns nicht verdrängen! Deswegen haben wir in zahlreichen Stadtteilen Berlins Bündnisse gegründet, um uns gemeinsam gegen die Machenschaften der DW AG zu wehren.

Wir fordern von der Politik:

  • Die Abschaffung des Gesetzes zur Energetischen Modernisierung,
  • eine wirksame Mietpreisbremse,
  • den Übergang der Bestände der DW und anderer Immobilienunternehmen in die öffentliche Hand unter Mitbestimmung durch die MieterInnenschaft,
  • einen wirksamen Milleuschutz in ganz Berlin und für alle MieterInnen

Am 02. Juni will die Aktionärsversammlung der DW AG in Frankfurt am Main ihre Geschäftspraktiken verfeinern und sich an ihrem Wachstum erfreuen. Dem werden wir hier in Berlin mit lautstarkem Protest begegnen!
Daher versammeln wir MieterInnen uns ebenfalls am 02. Juni um 11.00 Uhr vor dem Verwaltungsgebäude der DW AG zu einer Kundgebung, um ein Zeichen zu setzen und auf unsere Forderungen aufmerksam zu machen. Gemeinsame Anreise etc. (wird vorbereitet bzw. diskutiert). Kommt mit Plakaten, Transparenten, Nudelsalaten und Getränken! Kommt mit FreundInnen und NachbarInnen! Wir MieterInnen sind Berlin!

Bündnis der Deutsche Wohnen MieterInnen, daran beteiligt sind:

Und weitere MieterInnen der Deutsche Wohnen AG aus Charlottenburg, Kreuzberg, Lichtenberg und Weißensee

  8 Antworten zu “Protest gegen die Deutsche Wohnen”

  1. Das Wortprotokoll von der Anhörung der Deutsche Wohnen im Abgeordnetenhaus ist hier (42 Seiten):
    https://www.parlament-berlin.de/ados/18/StadtWohn/protokoll/sw18-008-wp.pdf

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