Aug 312019
 

Mieterinnen und Mieter fordern den Bezirk auf das Vorkaufsrecht auszuüben

Vor etwa drei Wochen haben sie durch ein Schreiben der Mieterberatung Prenzlauer Berg, die auch für die Milieuzschutzgebiete in Mitte zuständig ist, erfahren, dass ihr Haus schon wieder verkauft wurde. Preis und Käufer unterliegen dem Datenschutz. Weil das Haus im Milieuschutzgebiet „Birken­straße“ liegt arbeitet das Bezirks­amt eine Abwen­dungs­ver­ein­barung aus und prüft parallel das Vorkaufs­recht (Erklärfilm /Milieu­schutz Tutorial). Mit der Abwen­dungs­ver­ein­barung soll sich der Käufer ver­pflich­ten bestimmte teure Moder­ni­sie­rungs­ma­nahmen und Umwand­lung in Eigen­tums­wohnungen für eine bestimmte Zeit zu unter­lassen. Die Zeit für den Vorkauf ist denkbar knapp – nur zwei Monate bis die Finan­zierung stehen muss. Zuerst werden städtische Wohnungs­bau­gesell­schaf­ten gefragt, die jedoch bei den heute üblichen extrem über­höhten Preisen oft abwinken. Als sogenannte „Dritte“, die für den Bezirk die Häuser erwerben, kommen aber auch Genossen­schaften oder Stif­tungen in Frage.

Die erste Presse­mit­teilung des Aktions­komitees R23, an die der Titel dieses Artikels angelehnt ist, kann auf der Webseite des Netzwerks „Zusammen für Wohnraum“ Wedding/Moabit nachgelesen werden. Einen Kurz­bericht über die Aktion am 24. August, als Mieter*innen vor dem Haus und im Hof Trans­parente malten und mit Unter­stützung der Initi­ative „Wem gehört Moabit?“ und des Runden Tischs gegen Gentri­fi­zierung an einen Info­stand mit Kaffee und Kuchen etwa 70 Exemplare an Nachbar­*innen ver­teil­ten, gibt es auf der  Nachrichten­seite moabit.net. Auch beim PerlenKiezfest haben Mieter*innen über ihre Situation informiert und um Unter­stützung gebeten.

Die Rathenower Straße 23 ist ein typischer Altbau mit Vorder­haus, Seiten­flügel und Quer­gebäude. Von den insgesamt 33 Wohnungen stehen acht leer. Sechs der leer­stehenden Wohnungen sind aber bereits saniert. Von den 25 Miet­parteien mit etwa 45 Bewohnern sind etwa ein Dutzend im Renten­alter. Es gibt fünf Familien mit Kindern, fünf Paare ohne Kinder, zwei Witwen, 14 Singles und ein knappes Dutzend Kinder. Viele Miet­parteien leben schon sehr lange hier: 20, 30, 40, 50, 60 Jahre, eine Familie bereits seit 1918 aktuell mit der dritten und vierten Generation. Daraus ergibt sich eine sehr große Spanne der aktuellen Mieten und die sehr hohe Ver­dräng­ungs­gefahr der lang­jährigen Mieter­*innen, die stark im Kiez verwurzelt sind. Selbst die Mieter­beratung sagte: „ein Paradebeispiel der Verdrängung“.   …..

Bitte weiterlesen bei MoabitOnline: https://moabitonline.de/33103

Unterstützt die Mieter*innen der Rathenower Straße 23, damit der Bezirk sein Vorkaufsrecht ausübt!
Kommt zur Bezirksverordnetenversammlung am 5. September in die Karl-Marx-Allee 31. Hier stellen sie eine Bürgeranfrage.

Flugblatt für Häuser, die in den Moabiter Milieuschutzgebieten verkauft wurden, bitte ausdrucken und im Haus verteilen!

Mieterinnen und Mieter der Rathenower Straße 23 erklären: „Die R23 bleibt!“

Trotz Unterstützung durch Bezirks- und Landespolitik war keine Wohnungsbaugesellschaft zum Vorkauf bereit! Bericht im MieterEcho Online.

  3 Antworten zu “Rathenower Straße 23: Hausverkauf mit Mann, Frau, Maus”

  1. Der Film der Mieter*innen ist oben ergänzt ….
    https://vimeo.com/359959543

  2. Kommt am Samstag, den 28.9. vorbei, 16-20 Uhr: Performances, Lesung, Musik und Film …. für den Vorkauf!

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