#besetzen: Wie werden wir mehr und warum macht ihr nicht mit?

 

27. Mai. 2019, 19:00 Uhr, ICAL



Damals wie heute: DIE HÄUSER DENEN, DIE DRIN WOHNEN!

// Eine Ausstellung mit Veranstaltungsreihe im Café der Regenbogenfabrik (Lausitzer Straße 22, Kreuzberg36) //
// Veranstalter: Umbruch Bildarchiv und #besetzen //
// 11. Mai bis 6. Juni 2019; Vernissage am 11. Mai 2019 um 19 Uhr //

27. Mai | 19 Uhr | #besetzen: Wie werden wir mehr und warum macht ihr nicht mit?

28. Mai | 19 Uhr | Abriss und Geschichte der verschiedenen Hausbesetzungsbewegungen in Berlin von 1969 bis heute mit aktiv Beteiligten (Im Kinosaal)


Eine Fotoausstellung mit Bildern aus den 80er Jahren bis heute:
Michael Kipp, Manfred Kraft, Wolfgang Sünderhauf, Barbara Klemm, Peter Homann, Christian Schulz, Ann-Christine Jansson, Oliver Feldhaus, neuköllnbild, Kappa, Hermann Bach, Ulrich Sauerwein

Am 12.12.1980 räumte die Polizei eine Neubesetzung am Fraenkelufer und ging massiv mit Tränengas und Knüppeln gegen Untertsützer*innen vor. In dieser Nacht entwickelten sich Krawalle, wie sie Kreuzberg schon lange nicht mehr erlebt hatte.

Es war der Startschuss in eine neue Ära der Hausbesetzer*innen-Bewegung im damaligen Westberlin. Innerhalb weniger Monate wurden rund 160 Häuser besetzt. Ein Heer von Spekulanten, die mit leerstehenden Altbauten ihren Reibach machen wollten, wurde vereint zurückgeschlagen. Tausende Besetzer*innen, Mieterinitiativen, Nachbar*innen, Projekte, Kollektive, dazu zahlreiche Paten der Häuserbewegung – mehr oder weniger prominent – trugen dazu bei.
Tragischer Tiefpunkt der Entwicklung war der 22. September 1981. Bei der Räumung acht besetzter Häuser trieb die Polizei Demontranten in den fließenden Verkehr. Hierbei wurde Klaus-Jürgen Rattay auf der Potsdamer Straße in Schöneberg von einem BVG-Bus totgefahren. Seitdem wurden Neubesetzungen fast immer nach der sogenannten Berliner Linie innerhalb von 24 Stunden geräumt.

Es läuft eine lange Linie von den ersten Hausbesetzungen der 1970iger Jahre über die Häuserkämpfe Anfang der 80er in West-Berlin zu 1990/91 in Ost-Berlin (Mainzer Straße) bis in unsere Tage. Zur Zeit beginnen sich erneut mehr und mehr Betroffene gegen Vertreibung und Gentrifizierung zu wehren. In zahlreichen Städten ist es heutzutage ein Privileg, eine bezahlbare Wohnung zu haben und nicht verdrängt zu werden.

In Berlin schlagen nun damalige Besetzer*innen und jetzige Aktivist*innen eine Brücke zwischen den Ereignissen damals und heute. Vieles von dem, was die Bewegung in den 1980er Jahren angetrieben hat, gewinnt zunehmend wieder an Bedeutung: sei es der Kampf um Freiräume oder der gegen Verdrängung und Spekulation.
Eine neue Bewegung nimmt mit wachsender Zustimmung der Bevölkerung an Fahrt auf. #Mietenwahnsinn stoppen!, #Zwangsräumung verhindern! #besetzen, #Berliner Linie abschaffen! #DeutscheWohnen enteignen! Eine Parole aus der Besetzerbewegung bringt es auf den Punkt: „Die Häuser, denen die drin wohnen!“

Alle Veranstaltungen finden im Café oder Kinosaal der Regenbogenfabrik statt:

https://besetzen.noblogs.org/
https://twitter.com/besetzenberlin

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