Lauratibor Protestoper

 

26. Jun. 2022, 17:00 Uhr, ICAL



LAURATIBOR Protestoper

goes Mitte

zur Kundgebung vor der Habersaathstraße 40-48, die aktuell wieder bedroht ist.

https://www.youtube.com/watch?v=i3WZMmyW_To

https://www.youtube.com/watch?v=osP72hm52Zc

https://www.lauratibor.de/

Protestoper »Wem gehört Lauratibor?«: Jetzt erst recht gegen den Ausverkauf der Stadt!

Geflüchtete brauchen menschenwürdige bezahlbare Wohnungen – wie alle anderen auch. Diese Forderung aus »Wem gehört Lauratibor?«, der Protestoper gegen den Ausverkauf Berlins, hat in diesem Sommer neue Dringlichkeit. Mindestens 50.000 Menschen – und das sind nur die offiziell registrierten – suchen derzeit in Berlin Schutz vor dem Krieg in der Ukraine. Für ihre Unterbringung zahlt die Stadt bis zu 25 € pro Tag. Leicht verdientes Geld und ein guter Vorwand, beispielsweise für die Arcadia Immobilien GmbH, die dafür in der Habersaathstraße 40-48 die derzeitigen, ehemals obdachlosen Bewohner:innen am liebsten sofort wieder auf die Straße setzen will. In einem Haus, das sie zehn Jahre lang haben leer stehen und verlottern lassen, nachdem es zuvor energetisch modernisiert worden war – selbstverständlich mit öffentlichen Geldern. Genauso der landeseigene Immobilienkonzern Berlinovo, der auf dem Areal Ratibor14 und an zahlreichen weiteren Standorten mit überteuerten Mikroappartements viel Geld verdient. Mit der angeblich geplanten Unterbringungen von Geflüchteten ließen sich weitere staatliche Subventionen einkassieren. Jedenfalls solange, bis Arcadia ihren eigentlich Plan durchsetzen kann: Abriss und Neubau, um mit »marktgerechten« Mieten zukünftig noch mehr Profit zu machen. Auch der Vonovia Konzern nutzt die kriegsbedingt steigende Inflation als Vorwand, um mal wieder durch Mieterhöhungen die Rendite zu sichern.

Dieses menschenverachtende Geschäftsmodell feiert die Branche beim Tag der Immobilienwirtschac am 22. Juni mit rund 3000 angemeldeten Teilnehmer:innen. Umschmeichelt von Bundes-Polikern wie Christian Lindner und Friedrich Merz, sowie Berlins regierender SPD-Bürgermeisterin, die demokratische Mehrheiten für Vergesellschaftung von Wohnraum weiter ignoriert. Stattdessen werden lieber wachsende Armut und Obdachlosigkeit in Kauf genommen, »soziale Problemlagen« gegen die dann als Trostpflaster bestenfalls neue, aus öffentlichen Kassen finanzierte Konzepte entwickelt werden. Wohnungspolitik nach der Devise: Gewinne privatisieren, Kosten vergesellschacen. Dagegen mobilisiert Lauratibor als Teil der Berliner Mieter:innenbewegung in diesem Juni mit zwei großen Veranstaltungen.

18.06.2022 DEMO, Start 17 Uhr Reichenberger Str./Ecke Ra2borstaße (Kreuzberg) 26.06.2022 KUNDGEBUNG, 17 Uhr, Habersaathstraße 40-48 (Mitte)

Wer ist Lauratibor?

Das 2019 von den Initiativen Ratibor14 und LauseBleibt gegründete Lauratibor-Kollektiv besteht aus Mieter:innen, Künstler:innen und Aktivist:innen. Sie haben ihren Ärger über den Ausverkauf der Stadt in ein musikalisches Märchen von der Suche nach dem Trank des Widerstands verwandelt. Ausgangspunkt der Geschichte um Laura, Tibor und ihre Gefährt:innen sind reale Begebenheiten und bedrohte Wohn- und Gewerbeprojekte aus dem Reichenberger Kiez in Kreuzberg. Die Oper wurde 2021 auf den Straßen Berlins und Kopenhagens mit massiver Beteiligung uraufgeführt und steht nun vor ihrer Wiederaufnahme. 2022 haben sich Geschichten verändert. Und die Wut ist gewachsen. Gäste aus zahlreichen Mieteninitiativen sind in diesem Jahr Teil der Protestoper. 25 Solist:innen und ein Chor von 70 Personen singen, begleitet von einem 17köpfigen Orchester, über die Suche nach dem verloren Trank der Solidarität und der Krac gemeinsamen Widerstands – und selbstverständlich wird das Kneipenkollekiv Meuterei auch 2022 vormachen, was es bedeutet, weiterzukämpfen – auch wenn alles verloren scheint..

Ein kollektives Protestopernprojekt, gefördert durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Projektförderung Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Between Bridges Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Kostümkollektiv

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