Zwangsräumung von Daniel verhindern! – Abgesagt!! Aufschub bis 30.11.19!

 

16. Okt. 2019, 06:00 Uhr, ICAL



Zwangsräumung von Daniel verhindern!

Transvaalstraße 20, 13351 Berlin-Wedding

UPDATE:

Zwangsräumung von Daniel verschoben +++ Räumungsaufschub bis zum 30. November +++

Heute Morgen, einen Tag vor der angekündigten Zwangsräumung, hatte Daniel den Brief mit einem Räumungsaufschub bis zum 30. November im Briefkasten. Sechs Wochen Zeit, noch einmal kurz tief durchzuatmen, bis die nächste Räumung vor der Tür steht. Eine medizinische Untersuchung durch den Amtsarzt ist angeordnet.

Wir freuen uns für Daniel, dass er noch etwas länger in seiner Wohnung bleiben kann. Danke an Alle, die sich mit uns der Räumung in den Weg gestellt hätten. Aufgeschoben ist leider nicht aufgehoben und wir werden uns daher auch einer nächsten Räumung in den Weg stellen.

Sagt allen Bescheid und verbreitet die Nachricht weiter. Wir melden uns, wenn wir mehr Informationen haben.

Solidarische Grüße
Bündnis Zwangsräumung Verhindern

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Seit über 35 Jahren, ein halbes Leben, nennt Daniel schon die Wohnung in der Transvaalstraße sein Zuhause. Jetzt steht nicht nur der Winter, sondern auch seine Räumung vor der Tür.
Seit vielen Monaten kämpfen wir gemeinsam mit ihm und anderen um sein Zuhause, doch dem Eigentümer Dietrich Zunker ist die Rendite wichtiger. Nachdem die Wohnung jahrelang vernachlässigt und dringend notwendige Reparaturen gar nicht oder von Daniel selbst ausgeführt wurden, hat er schließlich die Miete gemindert. Das ist zwar rechtens und gerecht, das wurde ihm im Nachhinein aber trotzdem als Mietschulden ausgelegt. Schlecht beraten wurde Daniel von seinem Anwalt, einem hohen Tier bei der Immobilienlobby von Haus und Grund (auch bekannt als Hass mit Grund). Kein Wunder, dass sein Anwalt mehr Verständnis für die Rendite der Gegenseite hatte. Das Jobcenter weigerte sich die Mietschulden zu übernehmen, obwohl sie zur Verhinderung von Obdachlosigkeit dazu angehalten sind und jetzt gibt es einen Räumungstitel.
Dabei ist die Wohnung selbst schon lange eine Körperverletzung gewesen. Die Bleirohre der Wohnung wurden erst kürzlich ausgetauscht, Daniel überlebte vor wenigen Jahren eine seltene Krebserkrankung. Ein Zusammenhang ist naheliegend, aber nicht nachweisbar. Oder wie es schon Heinrich Zille sagte: „Man kann einen Menschen mit einer Wohnung erschlagen wie mit einer Axt.“
Ein erster Räumungstermin wurde aus gesundheitlichen Gründen verschoben, eine zweite Verschiebung wurde trotz psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen nicht gewährt.

Während in Frankreich im Oktober die Winterpause für Zwangsräumungen beginnt, soll Daniel gnadenlos auf die Straße gesetzt werden. In den letzten Monaten hat er nicht nur wie ein Löwe um das eigene Zuhause gekämpft, sondern auch zahlreiche andere Mieter*innen unterstützt und wurde wichtiger Teil unserer Bewegung.
Seine Zwangsräumung wird nicht still und leise über die Bühne gehen! Wir werden in aller Frühe die Eingänge blockieren! Wir werden Eigentümer, Polizei und Gerichtsvollzieher*in keinen Fußbreit ins Haus lassen! Unsere Wut gilt Ihnen, unsere Solidarität gehört Daniel.

Wir bleiben Alle! Keine weiteren Räumungen!

Bündnis Zwangsräumung Verhindern
Hände weg vom Wedding

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