Jun 162011
 

In Moabit und auch etlichen anderen Stadtteilen in innerstädtischen Lagen bemerken Nachbarn einen deutlich bemerkbaren Anstieg an Ferienwohnungen. Denn in der  nicht nur mit Hostels und Hotels lässt sich Geld verdienen sondern auch die Umwandlung von Wohnungen in Ferienwohnungen für Berlin-Tourismus sieht so mancher ein gutes Geschäftsmodell, schließlich lassen sich mit der Vermietung als Ferienwohnung deutlich höhere Einnahme erzielen als durch eine Vermietung als Wohnung.

In Berlin eine Wohnung zu kaufen und als Ferienwohnung zu vermieten scheint europaweit ein lukratives Geschäft für mittelständische Anleger geworden zu sein“ meint dazu die Berliner MieterGemeinschaft. Die noch im Haus wohnenden „normalen“ Mie­ter nervt dann oft genug, dass stän­dig wech­seln­de Gäste im Haus sind, ein nach­bar­schaft­li­ches Ge­fühl ver­lo­ren geht und sich ein Teil der Gäste zudem re­gel­mä­ßig da­ne­ben be­nimmt, an­schei­nend vor allem zum Party ma­chen ge­kom­men ist und dies rück­sichts­los ge­gen­über der Um­ge­bung aus­lebt.

Die Ber­li­ner Mie­ter­ge­mein­schaft weist dar­über hin­aus dar­auf hin, dass durch die Um­wand­lung in Fe­ri­en­woh­nun­gen drin­gend be­nö­tig­te Miet­woh­nun­gen ver­lo­ren gehen, und zwar vor allem dort, wo sie oh­ne­hin be­son­ders knapp sind, und eben ge­ra­de die, die am meis­ten ge­braucht wer­den: klei­ne­re und eher güns­ti­ge Woh­nun­gen.

Zur Zeit lie­gen weder brauch­ba­re Zah­len zum Phä­no­men Fe­ri­en­woh­nun­gen vor, noch wur­den bis­her Daten und Er­fah­run­gen der kon­kre­ten Ein­zel­fäl­le ge­sam­melt. Letz­te­rem, dem Sam­meln von Daten und Er­fah­run­gen, will sich jetzt die Ber­li­ner Mie­ter­Ge­mein­schaft wid­men, die zu die­sem Zweck ein Um­fra­ge­for­mu­lar ins Netz ge­stellt hat, hier findet ihr die Umfrage.

  5 Antworten zu “Umfrage Ferienwohnungen in der Nachbarschaft”

  1. Nachdem nun schon bei Weltonline berichtet wird, dass der Berliner Hotel- und Gaststättenverband sich über „illegale Ferienwohnungen“ beklagt
    http://www.welt.de/reise/staedtereisen/article13493495/Illegale-Ferienwohnungen-aergern-Berlins-Gastgewerbe.html

    auch noch ein interessanter Artikel im Friedrichshain-Magazin:
    http://www.friedrichshain-magazin.de/archiv/fh-3-10/text08.html

    auch in der neuesten Ausgabe (2/11) der Artikel einer betroffenen Mieterin:
    http://www.friedrichshain-magazin.de/
    Remmidemmi im Vorzeigehaus

    Also sehr sinnvoll bei der Umfrage mitzumachen.

  2. Über einen besonders krassen Fall aus der Kochstraße berichte der Tagesspiegel:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/mieten-verdoppelt-schnelles-geld-am-checkpoint-charlie/5839990.html

  3. Nun ist die Klage des Bezirksamts erst mal verloren gegangen, die Beweislage ist anscheinend nicht ganz so einfach. Aber es geht trotzdem weiter. Hier die Pressemitteilung des Bezirksamts Mitte:
    http://www.berlin.de/ba-mitte/aktuell/presse/archiv/20120208.1205.365895.html
    und im MieterMagazin von März 2012: Freibrief für Ferienwohnungen
    http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0312/031212a.htm

  4. Das Mietermagazin hat im April über ein BGH-Urteil berichtet, Mietminderungen sind berechtigt:
    http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0412/041210a.htm

  5. zum Thema Ferienwohnungen bereitet der Senat ja nun schon seit längerem eine neue Zweckentfremdungsverbotsverordnung vor. Aber bisher nur Ankündigung “bald wird der Gesetzesentwurf behandelt”, gestern bei der Veranstaltung der SPD mit Eva Högl und Ephraim Gothe wurde geschätzt, dass es ein Jahr dauert, bis das Gesetz verabschiedet ist.
    Die BI Wilhelmstraße ist enttäuscht. Si hält die Prüfung, die die BVV im Bezirk Mitte schon jetzt vorschlägt eher für Symbolpolitik:
    http://wilhelmstrasse.org/archives/3244

    Auch im Bezug auf Moabit ist eine weitere Info von der Webseite der B.I. Wilhelmstraße sehr Interessant. Dort wird über die Abweisung der Räumungsklage (wegen Mietrückstand, der durch Mietminderung wegen Lärm aus Ferienwohnungen entstand) berichtet. Der BGH hat in der Revision die Entscheidung zurück an das Landgericht, aber an eine andere Kammer, als die von Richterin Paschke verwiesen, die hat jetzt entschieden, dass Mietminderung von 20% gerechtfertigt war. Einzelheiten dazu hier (auch Pressemitteilung des Gerichts und Wortlaut des Urtels):
    http://wilhelmstrasse.org/archives/3269

    Diese Richterin Paschke ist schon einschlägig für ihre vermieterfreundlichen Urteile bekannt, um nicht zu sagen berüchtigt.
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/ein-fall-von-befangenheit-richterin-in-mietstreit-in-der-kritik/7995596.html
    http://www.bmgev.de/mieterecho/mieterecho-online/richterin-paschke.html

    Einzelheiten zur Calvinstraßé 21 sind bei MoabitOnline zu finden:
    http://www.moabitonline.de/14047
    Im Nachtrag (und Kommentaren) Berichte von den Verhandlungen vor dem Landgericht (Artikel aus den Tageszeitungen sind verlinkt)..

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