Mrz 052012
 

Gestern Abend um 23:05 lief bei RTL in der Reihe „Die große Reportage“ ein halbstündiger Film. „Der Kampf um die Stadt. Mietenexplosion in Berlin“ hat die Aktivitäten der Mieten-Dossier-Gruppe begleitet und exemplarisch Probleme von Mieterrinnen aus den beteiligten Häusern dargestellt.

Ingeborg Raddatz, eine frühere Krankenschwester, die seit 1955 am Kottbusser Tor wohnt, erklärt, dass sie hier nicht wegziehen will, auch wenn sie sich steigende Mieten bei einer Rente von 900 Euro nicht leisten kann. Das ist ihre Heimat, sie kennt ihre Nachbarn und ist verwurzelt. Heike Thomas, eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, Till und Aylin, ist von Verdrängung bedroht, ihr Haus wurde luxusmoderniesiert. Doch die Mieter haben sich zusammengetan und gemeinsam ihre Rechte durchgesetzt. Sie konnte erreichen, dass sie trotz Modernisierung weitere 10 Jahre zu gleichen Miete wohnen bleiben kann. Sehr einfühlsam schildert der Film die Situation der betroffenen Menschen.

Susanne Staacke, eine Mietenaktivistin aus Moabit, spricht die Würde des Menschen an, die nicht mehr geachtet wird, wenn Verdrängung aktiv betrieben oder hingenommen wird. Immobilienentwickler wollten sich nicht filmen lassen. Die einzige Ausnahme ist Senol Ince, Geschäftsführer der SolWo Holding, der einerseits Luxuslofts verkauft, aber bei Bedarf den Standard des Ausbaus auch den Wünschen seiner Mieter anpasst.

Der Film ist bei RTL (vermutlich eine Woche lang) kostenlos zu sehen, danach wird es wohl  99 Cent kosten.
Hier ist der kurze Trailer zu sehen:

Weitere Videos sind hier verlinkt und im YouTube Channel.

Am Mittwoch, 7. März um 12 Uhr laden die Sozialstadträt_innen von Mitte, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg zu einem Pressegespräch über die AV Wohnen, nach der die Mieten für Hartz IV Empfänger_innen festgelegt werden. Hier die Pressemitteilung.

  2 Antworten zu “„Mietenexplosion in Berlin“ Reportage bei RTL”

  1. Seit dem Tod meiner Frau lebe ich mit meiner Hündin Lea in einem Haus von 180 m² plus einer Einliegerwohnung. Ein riesiger Garten ist auch dabei und eine Garage.
    Ich habe versucht zu vermieten, aber Unterstützung habe ich von nirgendwo her bekommen. Alle warten, bis ich finanziell am Boden bin um ein Schnäppchen zu machen. Und unsere Abgeordnete pennen und sorgen sich um die Vermieter.
    Eine Bekannte verkauft gerade ihr Haus, da es für sie und Dackel Moritz zu groß und finanziell nicht mehr tragbar ist.
    Eine weitere Bekannte möchte ihr Doppelhaus verkaufen, um in Ruhe ihr Alter leben (noch nicht mal genießen ) kann.
    Diese meistens mit öffentlichen Mitteln geförderten Immobilien werden von Geldgierigen Maklern (ich kann ihnen von 7 Maklern berichteen) vertickt und auf der Strecke bleiben die Menschen, die ihr Leben lang dafür geschuftet haben.
    Jüngst habe ich wieder einen Haarsträubenden Fall von einem Vertreter einen öffentlich geförderten Berufsstand „Notare“ erlebt, daß ich sagen kann, ich habe in meiner aktiven Zeit als Vollzugsbeamter die falschen Klienten behandelt!
    Aber, da eine Lösung zu suchen und zu finden, dazu ist auch RTL nicht in der Lage oder gewillt!
    Schade, es wäre einen Versuch wert!
    Es gibt in Berlin übrigens eine Menge älterer Menschen, die gerne in kleinere Wohnungen ziehen würden, wenn man sie unterstützen würde und unsere Verwaltung könnte eine Menge Kosten sparen.

    Hans-Gerd Steiner

  2. Ich beobachte die Explosion der Mieten nicht nur in Berlin, in allen deutschen Metropolen klettern die Mietpreise bedächtig schnell und zielstrebig nach oben und lassen dabei keine Mietpartei aus. Das war ein Grund, vor einigen Jahren aufs Land zu ziehen. Ich wohne im nahen und erreichbaren Umkreis von Berlin und spare eine Menge Geld. Mit einem Monatsticket pendle ich mit der Bahn in die City und genieße einen gelungenen Mix aus Land und Weltmetropole.

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