Okt 202020
 

Mieter*innen der Gabriel International Ltd. (Hausverwaltung GMRE, ab 2018 StadtHaus) und Schönhaus Immobilien aufgepasst! Ein Mega-Deal läuft in Berlin: ca. 140 Häuser mit 4.000 Wohnungen kauft die schwedische Heimstaden Bostad.

Morgen, 21. Oktober, 20 Uhr, findet ein Online-Vernetzungstreffen der Mieter*innen statt. Informationen für die berlinweite Vernetzung gibt es bei der Mietergewerkschaft Berlin und beim Initiativen-Forum Berlin. Bei Interesse bitte mit eurer Mailadresse dort anmelden. Am Wochenende wurden Flyer in vielen der Häuser verteilt. Diese Flyer gibt es auf deutsch, englisch, türkisch, arabisch und polnisch zum Download.

In Moabit betrifft das die Häuser: Birkenstraße 10, Bremer Straße 63 und 64, Emdener Straße 38 und 39, Lübecker Straße 24 und Stephanstraße 6, im Hansaviertel: Flensburger Straße 2 und 4. Die Beusselstraße 70 taucht bisher nicht in den Listen auf, gehörte aber auch Gabriel International. Alle Moabiter Häuser liegen in Milieuschutzgebieten, das heißt, das Bezirksamt könnte sein Vorkaufsrecht geltend machen. Wenn sie das prüfen, dann verschicken sie Briefe an die Mieter*innen mit der Aufforderung sich mit der Mieterberatung Prenzlauer Berg im Stadtteilladen Krefelder Straße 1 a in Verbindung zu setzen. Die Birkenstraße 10 hat diese Briefe Ende letzter Woche erhalten. Ein Vorkauf geschieht zumeist aber nur, wenn sich Mieter*innen organisieren (unser Flugblatt) und eine öffentliche Kampagne starten, wie zuletzt die Waldenserstraße 9, die von der degewo, und die Oldenburger Straße 3a + 3b, die von der Genossenschaft EVM vorgekauft wurde.

Schon seit vielen Jahren klagen Mieter*innen über Ärger mit der Hausverwaltung: fehlende Instandhaltung, falsche Betriebskostenabrechnungen, zurückgehaltene Kaution etc.  Jetzt haben wir persönlich von Mieter*innen aus betroffenen Häusern gehört: „Wir hatten schon den schlimmsten Vermieter, es kann folglich nur besser werden.“ oder: „Bisher haben wir alle Mietprozesse gewonnen, solange nicht konkretes passiert, wollen wir nichts machen.“ Solche Schlussfolgerungen könnten aber jetzt fatal sein, denn ohne konkrete Renditeabsichten investiert niemand mutmaßlich 830 Millionen.

Mit welchen Problemen Mieter*innen rechnen sollten, zeigt diese aktuelle Recherche von „Hände weg vom Wedding“: Leerstand, Umwandlung in Eigentumswohnungen, sich in die Länge ziehende Baumaßnahmen und vieles mehr. Hier wird auch das Firmennetzwerk und die Zusammenhänge zwischen der schwedischen Immobiliengesellschaft Heimstaden, die sich in ihrer Außendarstellung betont mieterfreundlich gibt, dem norwegischen Milliardär Ivar Tollefsen und seiner Fredensborg AS und der Skjerven Group, die die Hauskäufe und Verwaltung in Berlin bisher gemanagt hat, gezeigt. Sie haben die Häuser besucht, um herauszufinden, ob Mieter*innen der Aussage „es wird sich nichts ändern“ trauen dürfen und haben das Gegenteil herausgefunden – Gespräche und dokumentierte Aussagen aus den Webseiten der Unternehmen. Schaut selbst: https://www.unverwertbar.org/aktuell/2020/5466/

Mehrere Tageszeitungen berichten. Für ein kleineres „Haus-Paket“ läuft die Frist für den Vorkauf schon ab heute aus. Kreuzberg-Friedrichshain will preisreduziert vorkaufen  – dabei geht es um fünf Häuser, für 28 Häuser in Neukölln scheint das nicht möglich, da die Preise nicht ganz so extrem überhöht sein sollen.

Sammlung von Artikeln im Tagesspiegel, in der TAZ, im Neues Deutschland.

Hier eine Zusammenfassung für die Mieter*innen-Organisation, die regelmäßig aktualisiert wird.

Heimstaden Mieter*innenvernetzung: www.mg-berlin.org und https://iniforum-berlin.de/2020/10/vernetzung-zum-protest-gegen-heimstaden-ab/.

Moabiter Häuser meldet euch gerne bei uns unter: kontakt@wem-gehoert-moabit.de. Es gibt Kooperation mit der Habersaathstraße, der Mieter*innengewerkschaft Berlin und anderen – Kapazitäten zur Unterstützung von Mieterversammlungen sind vorhanden.

Nachtrag:
Am 21. Oktober beteiligten sich 290 Personen aus den bedrohten Häusern am ersten Online-Treffen der Vernetzung. Hier das Protokoll. Arbeitsgruppen und Ortsgruppen wurden gegründet. Alle Infos hier übersichtlich zusammengestellt: https://mg-berlin.org/heimstaden-vernetzung/. Mailinglisten für die berlinweite und die Orts- und Arbeitsgruppen. Tragt Euch ein!

Protokoll vom 2. Vernetzungstreffen am 28. Oktober

Demo am 8. November „Stoppt den Ausverkauf der Stadt: Wir holen uns Berlin zurück„. Mehr als 1.000 Menschen waren dabei, viele Hausgemeinschaften mit Transparenten und Plakaten mit ihren Forderung waren vertreten, sehr zahlreich auch aus Moabit.
Kurzbericht des RBB.

Dieser tolle Filmbeitrag von Samuel Baum aus der Bremer Straße 63-64 vermittelt einen guten Eindruck und Ausschnitte aus einigen Reden:

Alle Redebeiträge der Demo bei Mieter TV, hier startet die Reihe mit 12 Filmen: Wir holen uns die Stadt zurück – Stop Heimstaden Part 1

Die Webseite der Mieter:inneninitiative STOP Heimstaden ist online!

Am Freitag, 20.11. haben sich Senat, Bezirke und Heimstaden geeinigt und eine Abwendungsvereinbarung unterschrieben, siehe: Pressemitteilung Bezirksamt Neukölln. Presse dazu in Kommentar Nr. 5.

  5 Antworten zu “Ausverkauf! Heimstaden kauft 4.000 Wohnungen in Berlin”

  1. Für 3 von 6 in Milieuschutzgebieten liegenden Häusern aus dem ersten Paket von 16 Häusern wurde jetzt von den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln das Vorkaufsrecht gezogen:
    https://taz.de/Vorkaufsrecht-in-Neukoelln-und-Kreuzberg/!5720344/

  2. Unglaublich tolle Aktivierung: 290 Mieter:innen beim ersten Online-Treffen, Ortsgruppen werden gebildet, schaut in die Links im Artikel, darüber findet Ihr die Mailinglisten auch für Wedding / Moabit …

    Die skandinavische Investitionsoffensive im MieterEcho, hier wird auch die enge Verflechtung von Skjerven und Heimstaden erklärt. Bis 4. August war Einar Skjerven Geschäftsführer von Heimstaden:
    https://www.bmgev.de/mieterecho/archiv/2020/me-single/article/die-skandinavische-investitionsoffensive/

  3. Die Bremer Straße 63-64 fordert das Vorkaufsrecht. Sie sind Teil des 130 Häuser umfassenden Heimstaden/Skjerven-Deals – Unterstützung erwünscht!. Hier der Twitter-Kontakt:
    https://twitter.com/Bremer6364

    Auch die Emdener Straße 38 + 39, die Stephanstraße 6 haben sich organisiert um den Vorkauf durch den Bezirk zu erreichen!

  4. Oben im Nachtrag ist der tolle Film der Bremer 63/64 von der Demo gegen Heimstaden am 8.11.20 verlinkt und hier jetzt noch 2 aktuelle Artikel zum „Verhandlungspoker“ um die 130 Berliner Häuser:
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1144417.wem-gehoert-die-stadt-maximaler-druck-gegen-heimstaden.html
    https://taz.de/Berliner-wehren-sich-gegen-Heimstaden/!5725082/

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